| Wir hatten zuletzt eine Besucher-Anfrage, welche Vorraussetzungen man haben sollte um Sprecher für ein Hörbuch zu werden. Was haben Sie an "Ausbildungen" o.ä. gemacht, und was können Sie Leuten empfehlen die Sprecher werden wollen? | |
| Der Hörbuch - Runbdfunk Markt ist arrogant und sehr schwierig für einen Newcomer. Soviel vorne weg: Bei Hörspielen und Rundfunkproduktionen machen fast immer nur Profis mit , das heisst ausgebildete Schauspieler .Und diese Schauspieler kennt man meistens schon von den größeren Theatern oder TV und Film Produktionen. Das heisst , wenn man nicht so bekannt ist , wird es schwierig überhaupt besetzt zu werden. Es gibt aber einige Sprecher , die mit Synchron angefangen haben (oft schon als Kinder) und dann den Sprung in den Rundfunk geschafft haben. Man kann ja versuchen sich bei den Besetzungsbüros der Rundfunkanstalten einmal vorzustellen. Es gibt aber natürlich auch reine Sprecher (Nachrichten etc.) die nie Schauspieler waren , das hat mich aber nie interessiert , daher kann ich darüber keinen Rat geben. | |
| Sie haben ja schon einige Rollen gesprochen, welche hat Ihnen bis jetzt am besten gefallen und mit welcher konnten Sie sich am meisten identifizieren? | |
| Meine Lieblingsproduktionen waren bisher. - Harry Potter und der Feuerkelch. - - Der Meteoritenlöffel - - Das Sams - - Garp und wie er die Welt sah - - Der Fliegenfänger - | |
| Sind Sie es leid nach Harry Potter gefragt zu werden? | |
| Nach meiner erfolgreichsten Hörbuchproduktion kann man mich immer fragen und gebe ich gerne Auskunft, schliesslich hat Harry Potter einen Hörbuchboom in Deutschland ausgelöst und ich bin sehr glücklich darüber daran meinen Anteil zu haben. | |
| Was gefällt Ihnen am besten? Hörbücher vorzulesen, im Fernsehen aufzutreten oder gar das große Kino? | |
| Ich lasse mich ungern auf irgendein Genre festlegen und versuche unabhängig zu bleiben. Ich produziere Hörbücher und Hörspiele , ich mache Rundfunk, Fernsehen und Kino , Theater und das eine oder andere Stück habe ich auch schon geschrieben unter anderem das Spielbuch zu "Tabaluga und das verschenkte Glück" mit dem Peter Maffay und Gäste ab Oktober auf Deutschlandtournee gehen , ich führe auch Regie , mit anderen Worten ich versuche alles im Beruf des Showbiz auszuloten und mich zu erweitern. | |
| Welches war das letzte Hörbuch, dass Sie gehört haben, welches Sie nicht selber gesprochen haben? | |
| Meister und Margarita , ein Hörspiel vom MDR | |
| Welches war Ihre bisher schwerste Produktion? | |
| John Irving , Witwe für ein Jahr. Eine emotional komplizierte aber lohnende Geschichte mit fast 800 Seiten! | |
| Sie sind ja sehr erfolgreich, wahrscheinlich der Bekannteste Hörbuchsprecher in Deutschland. Aber was hätten Sie gerne, wenn sie es könnten, in Ihrer Vergangenheit anders gemacht? | |
| Ich schaue nach vorne und selten nach hinten , sonst kommt man leicht ins stolpern. | |
| Sie haben ursprünglich Islamistik, Philosophie und Ethnologie studiert, was hat Sie zu diesem Studium bewegt? | |
| Neugierde auf andere Kulturen , Abenteuerlust und eine Frau. | |
| Wie bereiten Sie sich auf das Sprechen eines neuen Hörbuches vor? | |
| Ich lese eigentlich nur einmal den Roman und mache mir ein paar Gedanken über die Interpretation und die verschiedenen Figuren , aber entscheiden tu ich mich im Studio bei der Aufnahme | |
| Wie lange dauert es bis Sie ein durchschnittlich langes Hörbuch fertig gesprochen haben? | |
| Pro Tag lese ich ungefähr 80 - 100 Seiten , aber das hängt von der Qualität des Textes ab. | |
| Sie sprechen mit so vielen Stimmen, das man z.B. bei dem Harry Potter Hörbuch fast von einem Hörspiel reden kann. Wo nehmen Sie die her, und kommen Sie da nicht manchmal durcheinander? | |
| Harry Potter ist für mich ein Hörspiel und keine klassische Lesung ,mein Anspruchg war immer "Kino für die Ohren zu machen" Aber ehrlich gesagt ich weiss auch nicht genau woher ich meine Figuren nehme , ich stelle mir zwar immer wieder ganz konkrete Personen für die Roman-Charaktere vor , aber wenn ich sie dann spreche klingen die ganz anders, wie meine Vorstellung davon. Die haben regelrecht ein Eigenleben.Ich improvisiere viel , aber experimentiere auch mit Idiomen , Spracheigenheiten und Dialekten. Das ich anscheinend Talent habe Texte zu sprechen , habe ich relativ spät bemerkt , und der eigentliche Spass am Medium Hörbuch fing mit Kinderproduktionen für den Rundfunk an. | |
| Was für eine Tapete findet man in Ihrem Wohnzimmer? | |
| Keine | |
| Wobei/Wie können Sie sich am besten entspannen? | |
| Lesen , Sport , Hören
Vielen Dank an Rufus Beck für das Interview zurück |
